Wir wollen Montreal keinesfalls ihre Position als äußerst sehenswerte Stadt in Kanada absprechen. Dennoch war schon allein das Wetter eine schlechte Voraussetzung, um mit Ottawa oder Toronto mitzuhalten. Nichtsdestotrotz hat auch Montreal Facetten, die wir gleich ins Herz geschlossen haben. 


 
Vielleicht liegt es auch an dem groben Mangel an Kenntnis der französischen Sprache. Das Ankommen in Montreal war alles andere als entspannt. Die übliche USA-Auto-Stau-Großstadt-Konstellation lässt sich also definitiv auch auf Kanada umlegen. Irgendwie haben wir es doch noch geschafft, über den mittlerweile ausschließlich französischen Beschilderungen zu stehen und unser Apartment mit dazugehöriger Garage (yeah!) zu erreichen. Die gute Nachricht war, dass zentrale Lage dieses Mal auch wirklich das bedeutete, was wir darunter verstanden. Weil zumindest ein Part der Reisegruppe mit logischem Denken gesegnet ist, haben wir das Verschnaufen kurz gehalten. So sind dem Wetterbericht gefolgt und haben die wohl letzten Sonnenstrahlen der darauf folgenden 48 Stunden gut genutzt.
 

Der schönste Ausblick auf Montreal

Und was macht man mit begrenzter Schönwetterzeit, Mangel an Insiderinfos und müden Beinen? Genau, man sucht sich wieder einmal einen Uber-Fahrer, der persönliche Lebensweisheiten bereitwillig teilt. So kam es, dass Jean uns zum einen so weit wie möglich auf den Mont Royal brachte (ein Berg in der Mitte der Stadt, die dem wiederum ihren Namen zu verdanken hat) und uns bei dieser Gelegenheit das Schwartz’s als authentische Anlaufstelle für typisches “Smoked Meat” ans Herz legte. (Für unsere Unnützes Wissen-Kategorie lässt sich hinzufügen, dass es Celine Dion gehört).  Nach dem wirklich atemberaubenden Blick auf die Stadt und dem Abstieg zu Fuß brummten  schon die Mägen und so bot sich auf dem Weg zu kulinarischen Programmpunkt noch den eine oder anderen Blick auf Montreals Streetart bei Sonnenschein. 

Streetart Montreal

Potterbar und Partyheads

Wenn sich Harry Potter-Fans in einer Reisegesellschaft befinden, kann es schon mal passieren, dass das Smoked Meat und Poutine von Schwartz’s vorerst warten müssen. Mit Lockhart tat sich aber nicht nur ein Ort auf, der sich stark vom HP-Universum inspirieren ließ, sondern eine Gelegenheit für gutes Essen und hervorragende Cocktails. Davon beflügelt führte der Weg noch über die Rue Saint-Denis, das pulsierende Herz der hippen Szene von Montreal. Unzählige Bars und Restaurant, sowie kleine Shops bewegten uns zum Vorsatz am Montag vorbeizuschauen. Da wir dieses Mal zu spontan für eine Free-Walking-Tour waren und keinen freien Termin erwischt haben, mussten wir ohnehin einen Plan für Sightseeing zurecht legen. 

 

 

Notre-Dame isn’t only in Paris. #montreal #morethan500miles #notredamemontreal #canada #sightseeing #instatravel #travelgram

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Nass, auch ohne Wildwasserfahrt

Aus der Bootsfahrt wurde nichts. Dass das Wetter noch so umschlagen würde, dass unangenehm ist, haben wir trotz Studieren der Prognosen nicht vermutet. So reduzierten wir Sightseeing auf den obligatorischen Rundgang zu den Tourispots in der Altstadt . Das war zwar grundsätzlich nett, dennoch hatten wir triefnass beschlossen, dass  nicht weiter sinnvoll wäre durch die Gässchen zu schwimmen. Zurück auf der Rue Saint-Denise schien der Glanz des Wochenendes verflogen und in trüber Montagstristess aufgegangen zu sein. Dennoch fanden sich zwischen den übrig gebliebenen Schattengestalten und den geschlossenen Lokalen noch ein paar Fleckchen, wo es sich das Stehenbleiben lohnte. Eine Tätowierung, einen Comicladen und einen Kinobesuch später, nein schlussendlich nach dem Abendessen bei Schwartz’s war auch der Regentag gerettet. So kam es, dass wir das Schönwetterprogramm für Montreal wohl auf den nächsten Aufenthalt verschieben müssen, aber zumindest werden wir es trotz des Wetters nicht in schlechter Erinnerung behalten.